Die Geschichte des Vereins St. Loyen

Barmherzigkeit und Mildtätigkeit von Anfang an

Das war der Anlass für viele Schenkungen und Stiftungen zugunsten der Armen- und Krankenfürsorge. So überwies 1366 die Witwe des Ritters Friedrich Wend ein großes Steinhaus innerhalb Lemgos (etwa Mittelstraße 128/130) für ein Armen- und Krankenhaus und gründete damit die Provision (Fürsorge) St. Loyen; darin ist der Name des Heiligen Eligius (588 – 660) enthalten, der als Knabe das Goldschmiedehandwerk erlernt hatte, Münzmeister am französischen Hof wurde, als Bischof Klöster gründete und die Armen auf das freigiebigste beschenkte. Außerdem stiftete sie im gleichen Jahr einen Altar in der Kirche St. Johann. Darüber hinaus bestanden in der Alt- und Neustadt von Lemgo je ein Heiliggeisthospital und auf dem Gelände des heutigen Betreuungszentrums St. Loyen ein Leprosorium (Siechenhaus). Hier sollten die Aussätzigen außerhalb der Kloster- und Stadtmauern ihr Leben fristen. Einige Jahre vorher hatte die benachbarte Familie von dem Bussche (engagiert für das Lemgoer Kloster St. Marien) in Herford ebenfalls ein Hospital gegründet. Schenkungen machten die Spitäler immer reicher, sodass sie sogar Geld ausleihen konnten, aber am Ende des 16. Jahrhunderts zerfielen viele Stiftungen. Die beiden Heiliggeisthospitäler wurden mit dem Provisorium St. Loyen zusammengelegt und in das von den Observanten nach der Reformation aufgegebene Franziskanerkloster überführt, das an den Landesherren zurückgefallen und dem Rat überstellt war. Später wurde das Hauptgebäude des Klosters zeitweise zweckentfremdet, bleib aber nach Übernahme 1877 durch den Vaterländischen Frauenverein bis 1900 städtisches Krankenhaus. Danach konnte es durch eine großzügige Schenkung in das neue und größere Krankenhaus der „Wolffschen Stiftung“ verlegt werden.

Der Vaterländische Frauenverein betrieb weiterhin im alten Klostergebäude ein Siechenhaus. Mit der Umorganisation des Deutschen Roten Kreuzes 1938 wurde die Bewirtschaftung des Siechenhauses durch den Vaterländischen Frauenverein unmöglich. Deshalb musste eine neue Rechtsgrundlage für die Erhaltung und Bewirtschaftung dieses Altenheimes gefunden werden. Das geschah 1939 mit der Gründung des Vereins zur Erhaltung des Siechenhauses und der Eintragung ins Vereinsregister im Juli 1939. Das Siechenhaus wurde in „Frauenaltersheim St. Loyen“ umbenannt, später in „Krankenheim St. Loyen“. Die Vereinssatzung wurde 1965 und 1967 insgesamt neu gefasst und der Vereinsname in „Verein zur Erhaltung des Frauenaltersheimes St. Loyen e.V.“ geändert. Das alte Krankenheim St. Loyen bestand bis 1981, dann wurde das Gebäude in das neue Gemeindezentrum von St. Johann einbezogen.

1992 erfolgte erneut eine Satzungsänderung. Der Verein nennt sich seitdem „St. Loyen, Verein für die Betreuung alter und junger Menschen e.V.“ und setzte die Tradition fort und betrieb seitdem zwei stationäre Seniorenzentren, das Krankenheim St. Loyen und das Betreuungszentrum St. Loyen sowie Betreute Wohnungen und die Kindertagesstätte Kieselstein.

Im Jahr 2009 wurde eine Tochtergesellschaft gegründet, die St. Loyen Service GmbH, mit vielfältigen Angeboten für die individuelle persönliche Versorgung mit haushaltsnahen Dienstleistungen.

In Kooperation mit dem Johanneswerk hat der Verein St. Loyen 2012 eine Pflegegesellschaft gegründet. Der Grund: in Lemgo- Brake wurde im Juli 2013 eine neue Pflege-einrichtung mit 80 Pflegeplätzen eröffnet.

Im hier umgesetzten Hausgemeinschaftskonzept steht die Versorgung in der Familie im Vordergrund. Damit entfernen wir uns von dem bis dato bekannten Pflegesystem und können somit noch besser auf die Menschen mit Demenz eingehen und sie versorgen. Unterstützt wird die Orientierung durch ein spezielles Farbkonzept sowie einer biodynamischen Lichtlösung.

Das Projekt ist in der Region einzigartig und wieder einmal ist der Verein St. Loyen Innovationsgeber für die ganze Branche.

Am 27. September 2014 erhielt das Krankenheim einen neuen Namen: St. Loyen Haus an der Steinmühle.

Zum 1. Januar 2017 fand ein Betreiberwechsel statt. Das Ev. Johanniswerk,Bielefeld, langjähriger Partner im Altenzentrum am Schloss in Brake, übernahm das Haus an der Steinmühle mit allen Beschäftigten. Der neue Name lautet nun St. Loyen Stift.